Wie geht "sich selbstständig machen"?

Herr Fuchs von der Gewerbebau Amberg erklärte den Zehntklasslern, was zu jeder Planung gehört, wenn man sich selbstständig machen will. Das Zauberwort heißt "Businessplan". Die Gewerbebau Amberg bietet möglichen Firmengründern dabei Unterstützung an. Und! Die Beratungen sind kostenlos.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Amberg, Gewerbebau Amberg GmbH, versteht sich als Partner der Gewerbetreibenden. An sie kann man sich mit allen Anliegen rund um sein Unternehmen wenden, unter anderem zur Standortvermittlung oder zur Unterstützung bei der Erstellung eines Businessplans. Und der ist laut Herrn Fuchs unerlässlich bei einem Start Up.

Er wies darauf hin, dass 50 % aller Neugründungen in den ersten fünf Jahren scheitern. In vielen Fällen hätte eine gut ausgearbeitete Planung bereits vorher verraten können, ob eine Geschäftsidee tatsächlich Potenzial hat.

Auch verleiht ein Businessplan Orientierung und Struktur, hilft, den richtigen Markt zu finden und Wettbewerber zu analysieren. Vor allem aber wird hier das Finanzielle festgehalten und bietet Sicherheit und Überblick. So kann man – wenn das Geschäft angelaufen ist – monatlich kontrollieren, ob man sich mit seinen Zahlen im Soll oder im Haben befindet. Viele Anlaufstellen verlangen zudem einen ausgearbeiteten Businessplan, so z. B. Banken, bei denen man um einen Kredit ersucht.

Was gehört in einen Businessplan?

Die Beschreibung der Geschäftsidee, was macht genau diese Idee so besonders? Ist sie neu oder schon bekannt?

Man sollte sich und seinen bisherigen Werdegang vorstellen, also welche Erfahrungen man evtl. bereits in der Branche hat und welche Fähigkeiten, um ein Unternehmen zu führen. Wichtig ist auch zu beschreiben, wer einem im Krankheitsfall helfen würde und ob der Partner unterstützend hinter einem steht.

In der Marktanalyse stellt man seine Zielgruppe vor: Wie man sie durch Werbung erreichen kann, ob man vielleicht schon Kundenkontakte hat und wie groß das Marktvolumen der Zielgruppe ist.

Die Konkurrenz schläft nicht! Auch deren Angebot und Preise sollte man genau unter die Lupe nehmen – und natürlich  hervorheben, warum der Kunde besser im eigenen Geschäft kaufen sollte.

Die Produktions-/Dienstleistungsfaktoren gehören Schritt für Schritt aufgeschlüsselt: Wie Betriebsprozesse strukturiert sind vom Einkauf bis zum Vertrieb, welche Materialien und Maschinen man benötigt, wie die Bevorratung aussieht und was man zum Vertrieb braucht.

Wichtig ist auch die Wahl des richtigen Standorts, denn es sollte genügend Kunden im Einzugsgebiet geben. Auch die Verkehrsanbindung spielt eine Rolle.

Nicht zuletzt sollte man sich über die Zukunftsaussichten Gedanken machen: Welche Ziele hat man sich für die Firma gesetzt und welche Maßnahmen sind geplant, um diese zu erreichen? Wie könnte sich die Branche/die Nachfrage entwickeln? Was macht man im schlimmsten Fall, gibt es Notfallpläne?

Das Kernstück des Businessplans ist der Finanzierungsplan. In ihm sollten alle Investitionen genau aufgelistet sein, eine Rentabilitätsvorschau ebenso wie das Startkapital und geplante Kredite samt Liquiditätsplan.

Auch die geplante Rechtsform (Ltd, GmbH, etc.), Genehmigungen, benötigte Flächen/Räume und Versicherungen werden in einem vollständigen Businessplan aufgeführt.

Beratungsmöglichkeiten bieten unter anderem die kommunale Wirtschaftsförderung wie bei der Gewerbebau, aber auch die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Handwerkskammer, der Steuerberater, die Hans-Lindner-Stiftung etc. Auch im Internet kann man sich Tipps holen, z. B. unter baystartup.de, gründerland-bayern.de, startothek.de, kfw.de und viele mehr.

Herr Fuchs schloss seinen Vortrag mit einem berühmten Zitat von Henry Ford:
„Wer immer nur das tut, was er schon kann, bleibt immer nur das, was er schon ist.“

Er machte unseren Schülern Mut, etwas zu wagen, auf ihre Fähigkeiten zu vertrauen und – nach abgeschlossener Berufsausbildung – den Aspekt der Existenzgründung im Hinterkopf zu behalten.

 


Das Thema "Businessplan" ist vornehmlich Thema in Wirtschaft bei Lehrerin Fuchs. Aber auch die Lehrkräfte Ram und Haslbeck schlossen sich mit ihren Schülern dem Vortrag an, denn das Thema ist für technische Berufe ebenso interessant wie für soziale.

 

Businessplan-Wettbewerb 2018/19

Im Anschluss daran stellte Fachlehrerin Stefanie Fuchs den diesjährigen, von der Gewerbebau unterstützten Businessplan-Wettbewerb vor.

Unsere 10. Klassen sind heuer eingeladen, im Zuge ihres Fachunterrichts ihr eigenes kleines Unternehmen zu gründen – allerdings soll das keine Existenzgründung werden, sondern lediglich ein kleines Entrepreneurship, das unter der steuerlich relevanten Grenze bleibt und neben der Schule in der Freizeit bewältigt werden kann. Natürlich kann jeder Schüler selbst entscheiden, ob er/sie das Unternehmen dann tatsächlich in die Realität umsetzt oder nur „auf dem Papier“ gründet.

Dafür sollen die Schüler zunächst einmal in sich gehen und auf eine Liste schreiben, welche Dinge sie gut können, wofür sie schon gelobt wurden und was sie einfach gerne machen. Denn: Jeder kann etwas, das für andere wertvoll ist – die Kunst ist, herauszufinden, was das ist.

Mit den gewonnenen Erkenntnissen überlegt sich der Schüler/die Schülerin, wie man die einzelnen guten Eigenschaften gewinnbringend umsetzen könnte.

Schließlich entscheidet man sich für eine Geschäftsidee, setzt sie im Fachunterricht um und gestaltet einen „abgespeckten“ Businessplan – die Vorlage hierfür stellen die Fachlehrer Herr Ram, Frau Haslbeck und Frau Fuchs zur Verfügung. Da auch im Fach AWT die Gründung eines Betriebs im Lehrplan steht, kann man bei diesem Wettbewerb fächerübergreifend zusammenarbeiten.

Im Februar 2019 präsentieren die Schüler schließlich ihre Ergebnisse vor Publikum und einer Jury – und natürlich wird an diesem Tag auch ein Sieger bzw. Sieger-Team gekürt. Die Gewerbebau Amberg hat sich dazu bereit erklärt, den ersten Preis zu sponsern.

Wir wünschen allen teilnehmenden Schülern viel Erfolg und gutes Gelingen!

« Zurück

Kalender

 Praktika Termine 2018_19



 


   Verbund Gemeinden

 
 
Essen bestellen


zur Information


Termine KM-Server


L-Fortbildung