Projekt Schulwald

Die Grundschule und die Mittelschule führten gemeinsam das Projekt Schulwald durch.

KÜMMERSBRUCK. Wenn es um vorbildliche Aktionen in Sachen Kunst, Kultur oder auch Ökologie geht, kann sich die Gemeinde Kümmersbruck auf ihre beiden Schulen, die Grundschule und die Mittelschule verlassen. Immer wieder und unermüdlich setzen die Lehrkräfte und die Schüler wichtige Akzente im südlichen Landkreis. Ein zukunftsweisendes und im wahrsten Sinnen verbindendes Projekt starteten die beiden Schulen diesmal außerhalb der Schulmauern. Gemeinsam und mit vielen Helfern begannen die Kinder und Jugendlichen der 4. Klasse der Grundschule (Klassenlehrerin Konrektorin Martina Saffert) und der 6. Klasse der Mittelschule (Klassenlehrerin Felicitas Berger) einen Schulwald zu pflanzen – den ersten im Landkreis Amberg – Sulzbach.

Was auf den ersten Blick vielleicht als eine kleine Aktion erscheint, hat doch eine große Bedeutung für die Zukunft. Klimagipfel, CO 2 – Bilanzen, Umweltberichte oder Umweltkonferenzen – immer wieder geht es um das Klima und um die Zukunft der Menschheit und die ist abhängig von den Wäldern, sei er noch so klein. Er ist nicht nur der lebenswichtige Sauerstofflieferant und Filter für alle möglichen Umweltschadstoffe, sondern auch Lebensraum für viele Lebewesen, gerade auch für Insekten. Erinnert sei hier nur an die vielen Presseveröffentlichungen, die auf einen signifikanten Rückgang der Insektenpopulation und in Folge auch ein Rückgang der Vogelvorkommen hinwiesen. Insofern kommt der durchaus kleinen Aktion eine große Bedeutung zu. Seit vielen Jahren sind beide Schulen aktiv im Bereich der Umweltbildung. So reihen sich im Grundschulgebäude viele Fahnen mit der Aufschrift „Europäische Umweltschule“ aneinander. Hier können die Kinder regelmäßig unter anderem fair gehandelte Bananen kaufen. Aber auch die Mittelschule setzt seit vielen Jahren wichtige Akzente und Impulse.

Eine der „Aktivposten“ ist die Umweltbeauftragte der Mittelschule, Felicitas Berger. Als vor einigen Jahren ein Projekt des BLLV, „plant fort he planet“ das Thema des Zentralvortrags beim Amberger Seminar war, schritten die Mittelschüler zur Tat und pflanzten Bäume für die Zukunft. Im Zuge des Gemeindejubiläums „750 Jahre Kümmersbruck“ setzten sich Schüler und Lehrer das Ziel, 750 Bäume zu pflanzen – für jedes Jahr Vergangenheit einen Baum für die Zukunft. Geleitet wurde dieses Projekt unter anderem auch von der Umweltbeauftragten Felicitas Berger.

Das Projekt „Schulwald“ wurde unter anderem von Forstanwärterin Veronika Kopfinger vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Amberg angestoßen. Im Rahmen ihrer Ausbildung konzipierte sie passgenau für die Gemeinde Kümmersbruck ein Schulwaldkonzept, das nicht nur bei der Schule, sondern auch bei Bürgermeister Roland Strehl auf offene Ohren. Die Gemeinde stellte für dieses Projekt nicht nur den entsprechenden Grund zur Verfügung, sondern unterstütze auch die Pflanzung mit zahlreichen Mitarbeitern des Bauhofs. Bürgermeister Roland Strehl, selbst ein Forstmann, zeigte sich begeistert und em Projekt Schulwald. In einer ersten Pflanzaktion wurden 50 Wildkirschen und ein Mirabellen – und ein Apfelbäume gepflanzt. Damit wurde der Grundstock für einen kleinen ökologischen Edelstein gelegt, was auch die Redner bei einer kleinen Feierstunde betonten.

Die beiden anwesenden Schulleiter, Rektorin Eva Hampel von der Grundschule und Konrektor Peter Rösch von der Mittelschule betonten die große Bedeutung der Umweltbildung im Rahmen der Lehrpläne für Grund- und Mittelschulen in Bayern. Diese Bildungsinhalte nicht nur mit Worten, sondern auch mit vielen Taten den Kindern zu vermitteln, wird mit diesem Schulwaldprojekt hervorragend umgesetzt. Schulwälder sind bestens geeignet als Freilandlaboratorien, die es erlauben, Entwicklungen der Umwelt über viele Jahrzehnte hinweg zu beobachten. Quasi als „grüne Klassenzimmer“ können Themen wie Ökosystem, Lebensraum Wald oder auch Klimaschutz „vor Ort“ behandelt werden. Beide dankten insbesondere der Umweltbeauftragten Felicitas Berger, aber auch Forstamtmann Werner Lang sowie Forstanwärterin Veronika Kopfinger für ihre Arbeit. Auch Wolfhard-Rüdiger Wicht, Behördenleiter und Bereichsleiter Forsten der AELF Amberg, ließ es sich nicht nehmen zu dieser Pflanzaktion zu kommen. Er betonte, dass er dieser Aktion überaus positiv gegenüberstehe, zumal Waldpädagogik auch ein wichtiger Bereich der AELF ist.

Waldpädagogik ist Bildungsauftrag nach dem Waldgesetz für Bayern und daher auch Dienstaufgabe der Bayerischen Forstbehörden. Die Waldpädagogik als Forstliche Bildungsarbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Umweltbildung. Sie vermittelt Wissen und Einblicke das Ökosystem Wald, die vielfältigen Funktionen des Waldes sowie die Nachhaltigkeit als Grundwert für das eigene Leben. Der Abschluss der Pflanzaktion war eine kurze ökumenische Andacht mit Pfarrer Wolfgang Bauer und Pfarrer Bernd Schindler. Beide betonten auch die hohe Wertigkeit der Umweltbildung als Dienst an der Schöpfung Gottes. Der Wald und auch dieser noch kleine Schulwald bietet eine Möglichkeit, Beziehungen herzustellen zur Natur, zu den Mitmenschen aber auch zu Gott. (ajp)

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